Für Obama würde ich »Hero« singen
Marilyn Monroe lebt - Beverly Boyer haucht der ewigen Sexbombe neues Leben ein. Im Interview erzählt Boyer, was sie vom neuen Präsidenten hält.

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Marilyn Monroe lebt - Beverly Boyer haucht der ewigen Sexbombe neues Leben ein. Im Interview erzählt Boyer, was sie vom neuen Präsidenten hält.
Exklusiv für Stilfetischisten.de von Daniel Philip Schuster
Die Kunstfigur Beverly Boyer ist die Marilyn Monroe der Moderne. Im Interview mit Daniel Schuster spricht sie über böse Kindheitserinnerungen, dem neuen amerikanischen Präsidenten und den Glanz vergangener Zeiten.
Daniel Schuster: Eine nicht ganz ernst gemeinte Einstiegsfrage: Frau Boyer, wie finden Sie eigentlich unser Logo? Haben wir Sie gut getroffen?
Beverly Boyer: Das Logo finde ich wirklich gelungen, aber identifizieren würde ich mich jetzt damit nicht (lacht). Außerdem bin ich ja blond.
Daniel Schuster: Die Monroe ist ihr großes Vorbild. Was fasziniert Sie an dieser Frau?
Beverly Boyer: Marilyn hatte eine Aura, die ich schon seit meiner Jugend sehr bewundere. Ihre Art sich zu bewegen, zu gestikulieren – einfach bezaubernd. Die Frauen von damals waren einfach sehr feminin. Die Art, wie sie sich präsentierten, wie sie ihre Weiblichkeit durch Mimik und Gestik zum Ausdruck brachten. Sie hatten eine tolle Aura, waren charmant und komödiantisch – und sie verkörperten Reinlichkeit.
Daniel Schuster: Marilyn hat John F. Kennedy »Happy Birthday« gesungen. Welches Lied halten Sie für Barack Obama bereit? Und warum?
Beverly Boyer: Für Barack Obama würde ich »Hero« von Mariah Carey singen. Ich finde es großartig, daß er die Wahl gewonnen hat und bin sehr gespannt, wie sich das Ganze in den USA weiter-entwickelt.
Daniel Schuster: Gibt es außer der verblüffenden Ähnlichkeit weitere Gemeinsamkeiten mit der Filmikone?
Beverly Boyer: Marilyn und ich haben nicht viel gemeinsam. Es bereitet mir nur sehr viel Freude in die Rolle einer typischen Sexbombe der 50iger und 60iger Jahre zu schlüpfen. Es ist sehr erstaunlich, daß man in der heutigen Zeit immer noch auf diesen Typ Frau abfährt. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, dann errege ich sehr viel Aufmerksamkeit. Man behandelt mich wirklich als etwas »ganz besonderes«.
Daniel Schuster: Wer ist für Sie eine moderne Stilikone? (Und warum? Welcher Auftritt war besonders bemerkenswert?)
Beverly Boyer: Da fällt mir spontan Madonna ein. Vor allem hat sie im Laufe der Zeit oft ihren Stil gewechselt und ist dadurch immer interessant geblieben – und viele Menschen kopierten ihren Stil. Sie ist schon so etwas wie eine Trendsetterin, finde ich. Sie hatte viele bemerkenswerte Auftritte, wenn ich da zum Beispiel an MTV Music Awards denke etc.
Daniel Schuster: Was muss ein Mensch haben oder machen, um eine Legende zu werden? Mehr als eine Ehe?
Beverly Boyer: Das ist sehr schwer zu beantworten, weil ich glaube, daß es heute fast unmöglich ist, eine Legende zu werden. Alles ist kurzlebiger geworden - Ehen gehen sowieso schneller kaputt, die Gesellschaft zwingt uns dazu leistungsfähiger zu sein. Man wird überschüttet von Informationen, Medien, Talk-Shows, Soaps, Filmen. Man hat heute nicht mehr nur »einen Lieblingsstar«.
Daniel Schuster: Welche Teilstücke wünschen Sie sich aus damaligen Zeiten zurück? Ich persönlich liebe es, alte Filmaufnahmen oder Bilder aus der damaligen Zeit zu sehen. Die Mode fand ich wesentlich ästhetischer als das heutige mondäne Beiwerk…
Beverly Boyer: Oh ja, ich auch. Ich habe einen ganzen Schrank voll alter Filme – aber auf DVD. Ich schmeiße oft meinen Beamer an und schaue mir alte Marilyn und Doris Day Filme an. Ich liebe auch den Kleidungsstil der 50iger und 60iger Jahre. Ich lasse mir ja auch alles nachschneidern nach meinen Vorstellungen. Ich habe sogar noch ganz alte Burda-Schnitt-Hefte aus dieser Zeit.
Daniel Schuster: Legen Sie das Kostüm auch mal ab, oder verbringen Sie auch den Alltag als Fräulein Boyer? Im Kleid den Haushalt machen – Gibt es sowas bei Ihnen?
Beverly Boyer: (lacht) Nein. Ich bin Künstler, der ein ganz normales Leben führt. Das ist wirklich nur eine Rolle, mit der ich hoffe, mal bekannt zu werden. Ich spiele diese Rolle perfekt, dadurch, dass ich mich 100%ig gefühlsmäßig rein denke, sonst wäre es nicht authentisch, überzeugend und stimmig. Ich glaube, so eine Persönlichkeit wie mich gibt es kein zweites Mal in Deutschland.
Daniel Schuster: Wie viel hat Fräulein Boyer mit Ihnen als Privatperson gemeinsam?
Beverly Boyer: Ich denke, wir beide haben gemeinsam, dass wir natürlich bleiben. Ich bin und bleibe einfach ich selbst. Ich bin sehr ehrgeizig und willensstark und in Bezug auf meine Darstellung perfektionistisch veranlagt.

Daniel Schuster: Kennen Sie eigentlich die Musical-Verfilmung »Chicago«? Sie haben Ähnlichkeit mit der cleveren Mörderin Roxy Heart! Was für Leichen haben Sie im Schrank liegen?
Beverly Boyer: Natürlich kenne ich »Chicago«. Mir hat allerdings noch keiner gesagt, daß ich Ähnlichkeit mit Renee Zellweger habe… (lacht). Und im Schrank liegt auch wirklich nur meine Wäsche…
Daniel Schuster: Haben Sie mehr Kleider oder mehr Hemden im Kleiderschrank?
Beverly Boyer: Meine Kleider sind alle getrennt von meinen privaten Klamotten in einem anderen Kleiderschrank. Hemden habe ich gar nicht so viele, weil ich lieber in Jeans und T-Shirt rumlaufe.
Daniel Schuster: Und welches ist Ihr Lieblingsstück?
Beverly Boyer: Ein Lieblingskleid habe ich gar nicht. Dafür ist die Auswahl zu groß. Das mache ich immer von meiner Stimmung abhängig. Heute finde ich das toll, morgen doch lieber das kleine Schwarze.
Daniel Schuster: Wie kamen Sie auf die Bühne? Ihre Eltern haben hoffentlich begeistert applaudiert?
Beverly Boyer: Meinen allerersten Auftritt hatte ich mit 17 bei einer Schulaufführung. Jeder, der mitgemacht hat, sollte seinen Lieblingsstar imitieren. Da ich ein ziemlich großer Marilyn Monroe Fan war und bin, habe ich natürlich sie imitieren wollen. Ich hatte mir aus einem alten Bettlacken, welches ich rosa eingefärbt habe, ein Kleid genäht und mit Weihnachtslametta verziert. Ich blieb in bleibender Erinnerung, weil mein Kleid auf der Bühne bei einer unglücklichen Bewegung auseinander riss und ich plötzlich in fast nichts da stand. Die ganzen Schüler haben getobt vor Schadenfreude und sagten mir – auch noch Monate später – dass ich damit weitermachen soll, da meine Darstellung klasse war.
Den ersten professionellen Auftritt hatte ich dann mit Anfang 20 in der Kölner Filmdose zusammen mit Ralph Morgenstern und Hella von Sinnen. Meine Eltern waren damals stolz auf mich und schätzen meine Darbietung bis heute.
Daniel Schuster: Was raten Sie den Leuten, die ebenfalls gerne als Frau auf der Bühne stehen wollen, sich aber noch nicht so recht trauen?
Beverly Boyer: Jeder, der sich dazu berufen fühlt, sollte es tun. Wir haben alle mal so angefangen. Alles andere ist eine Frage der Entwicklung.
Daniel Schuster: Ich danke Ihnen für dieses Interview und bin auf Ihre weitere Karriere gespannt. Viel Glück – Ich bin jedenfalls erstaunt, wie man sich verwandeln kann. Großartig!
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1½
Verfasst von wallis 2oo8 am 01.12.2008
tolle frau, interessantes interview.
ein satz der jeden bestärken sollte, jemand der sich zu
etwas berufen fühlt, sollte es tun. wie wahr.
leider gibt es auch die anderen, die meinen sich zu
etwas berufen zu fühlen, siehe momentane politik.
oder noch schlimmer, die terroristen.