Im Interview: Kitty Hoff ist Zuhause
Rammstein-Töne aus dem Zimmer ihres 13-Jährigen: Kitty Hoff spricht im Interview mit Stilfetischisten.de über ihr neues Album - Und ihr eigenes »Zuhause«.

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Rammstein-Töne aus dem Zimmer ihres 13-Jährigen: Kitty Hoff spricht im Interview mit Stilfetischisten.de über ihr neues Album - Und ihr eigenes »Zuhause«.
Exklusiv für Stilfetischisten.de von Daniel Philip Schuster
Die Grand Dame des Chansons, die Femme Fatal der »Unterwelten«, die Perle unter der Prosa-Intonation: Würde man einer altehrwürdiger Bühnentradition folgen, könnte man Kitty Hoff mit vielen klangvollen Sätzen ankündigen. Doch die Dame mit der markanten Stimme ist trotz des Erfolges bescheiden geblieben. Im April erscheint ihr drittes Album mit dem Titel »Zuhause«.
Daniel Schuster: Schön, dass wir uns ein zweites Mal unterhalten dürfen. Und die Voraussetzungen sind ähnlich wie beim letzten Mal: Über die Superstars wird diskutiert, Heidi Klum gibt wieder Schminktipps. So wie sie es das letzte Mal auch schon anmerkten. Hat sich bei Ihnen wenigstens etwas geändert?
Kitty Hoff: Ja und nein. Ich mache immer noch Musik, allerdings nicht immer die gleiche. Und das Schminken bleibt nach wie vor ein Mysterium. Obwohl ich gerade das Gefühl habe, eine sehr gute neue Tagescreme entdeckt zu haben …

Daniel Schuster: Wir sprachen letztes Mal über Ihr neues Album: »Zuhause« – Sollte es nicht eigentlich »Waldszenen« heißen? Ich meine Sie hätten letztes Mal davon erzählt.
Kitty Hoff: Ja stimmt. Aus den konkreten »Waldszenen« ist ein offenes »Zuhause« geworden, das thematisch einfach mehr Songs fassen kann.

Daniel Schuster: Ist das Album eine Art Frühjahrsputz für Sie? Was ist neu – was wurde weggekehrt?
Kitty Hoff: Neu ist natürlich jeder Song. Und alles groovt ein wenig mehr: Zwei neue Musiker bereichern uns am Bass und am Piano). Geblieben ist die Vielfalt in den musikalischen Styles – Chanson, Swing, Pop, Reggae, Blues … Es ist alles dabei.
Daniel Schuster: Wenn das Album schon »Zuhause« heißt - Kann man sich nach dem Hören vorstellen, wie es in Ihrem eigenen Heim zugeht?
Kitty Hoff: Nein, gar nicht. Es geht hier um innere Stimmungsbilder, offene Momentaufnahmen, textliche Spotlights – weniger um die Katerhaare auf meinem Sofa oder die Pfandflaschen in unserer Küche.

Daniel Schuster: Zum Glück! Obwohl es meiner Ansicht nach viel zu wenig Songs über Pfandflaschen gibt. Wie sieht es denn bei Ihnen »Zuhause« genau aus?
Kitty Hoff: Eben genauso: Katerhaare, Kinderschuhe, Rammstein-Töne aus dem Zimmer meines 13-Jährigen… Aber frisch durchrenoviert – d.h. kühle Wandfarben für einen kühlen Kopf und einen grün-atmenden Flur mit Bildergalerie. Außerdem habe ich meine Bücherregale frisch ausgemistet - Sehr angenehm!

Daniel Schuster: Diesmal singen Sie sogar im Duett – Wenn ich richtig informiert bin, ist Ihnen mit den Duetten mehr als nur ein Traum in Erfüllung gegangen.
Kitty Hoff: Ganz genau. Ich war jahrelang Coralie Clément –Fan und durfte nun mit ihr ein Duett singen – Toll! Und noch dazu singt sie erstmalig auf deutsch, mit einem unwiderstehlichen Akzent. Und Joachim Jannin ist eine myspace-Bekanntschaft – ein absoluter Glücksfall, denn ich liebe seine Stimme!
Daniel Schuster: Wie kamen Sie zu Ihren Duett-Partnern? Man könnte meinen, aufgrund der vielen Auszeichnungen und Lobeshymnen wurde man auf Sie aufmerksam – Oder war es andersrum?
Kitty Hoff: Die Anfragen habe ich gestartet. Und gottseidank waren beide sofort dazu bereit. Coralie kannte ich ja schon von einer gemeinsamen Tour im Jahr 2006, kurz vor dem Erscheinen unseres 1. Albums »Rauschen«, da waren wir ihre Vorgruppe.
Daniel Schuster: Ist das neue Album eher eine Weiterentwicklung, oder haben Sie inzwischen einfach mehr Freiheiten bei der Gestaltung?

Kitty Hoff: Alles ist eine Weiterentwicklung, denke ich. Man probiert dies und jenes, also Gastmusiker oder Beat-Programming, dann lässt man manches wieder weg, zugunsten eines intimeren Klangspektrums, wir haben da immer frei entscheiden können, die Plattenfirma hat uns nie reingeredet. Das ist ja eher selten heutzutage, da haben wir Glück!
Daniel Schuster: Ich konnte schon in das Album hineinhören. »Mahagoni« ist für mich Sommerhitverdächtig! Ihre »Unterwelten« dagegen können mich schon ein wenig traurig stimmen. Schreiben Sie die Lieder nach Ihrem Wohlbefinden? Wie kam es dann zu den beiden Stücken?
Kitty Hoff: Wie ich schon im letzten Interview andeutete: ich bin eine glückliche Melancholikerin. D.h. Schwermut und Leichtigkeit liegen in meinem Befinden nah beieinander. Ich schreibe immer das, was gerade Thema bei mir ist. Die Authentizität ist mir wirklich wichtig. Das ist es auch, was mich an anderen Künstlern am meisten interessiert. Egal, ob es genau meinen Musikgeschmack trifft oder nicht. Wenn’s »echt« ist, habe ich davor Respekt.

Daniel Schuster: Wie viel tragen Ihre Musikerkollegen zu den Alben bei? Wird sich beim Einspielen des Albums gegenseitig ergänzt?
Kitty Hoff: Auf jeden Fall. Das Grundgerüst der Songs - also Harmonien, Melodie und Text - entsteht bei mir zuhause, alleine am Klavier. Aber das Arrangement erarbeiten wir zusammen in den Proben. Und das trägt ja entscheidend zur musikalischen Stimmung bei: Wie viel Dynamik? Welches Tempo? Was für ein Style soll der Song haben?
Daniel Schuster: Gibt es auf der Tour wieder Einlagen, wie beispielsweise die legendäre Sägenvioline?
Kitty Hoff: Ja klar, die Singende Säge ist wieder dabei. Außerdem die Melodica, ein Paar Steppschuhe, eine Trompete und eine Akkordzither, übrigens virtuos gespielt von unserem Bassisten Moe Jaksch!
Daniel Schuster: Auch Roger Cicero wird mit einem neuen Album an den Start gehen. Konnten Sie schon rein hören? Er beschäftigt sich auch mit neuen Stilrichtungen.
Kitty Hoff: Ja, ich sehe überall die Plakate mit dem Hahn im Arm, sieht übrigens super aus. Reingehört habe ich noch nicht, werde ich aber nachholen, klar! Bin gespannt …
Daniel Schuster: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche viel Spaß auf der Tour und viel Erfolg mit dem neuen Album.
Kitty Hoff: Besten Dank! Wünsche ich alles ebenso für die »Stilfetischisten« … Wirklich schöne Seite, tolle Beiträge. Freut mich sehr, Teil davon zu sein. À bientôt …
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1½
Verfasst von wallis 2oo8 am 17.04.2009
genau wenns echt ist .. das ist der satz der einen prägt wenn man dieses interview liest. wenn kitty hoff nicht echt ist, wer denn dann.
tolles interview, tolle frau.
glückwunsch beiden und viel glück und erfolg-