Rupert Falsch und ein totes Tier

Du willst neues entdecken? Das Internet bietet Musikern die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. Rupert Falsch ist einer von ihnen.

02.02

Exklusiv für Stilfetischisten.de von Mario Vogelsteller

Mit Rupert Falsch hat das Netlabel Corpid Extra mal wieder ein weiteres äußerst heißes Eisen im Feuer: Auf seinem neuen Album mit dem wunderbaren Titel »Links auf der Fahrbahn, ein totes Tier« präsentiert Rupert Falsch nämlich gleich sieben Indiepop-Perlen voller fluffiger Beats, unvergesslicher Melodien und dem unverkennbaren Gesang von Rupert Falsch. Der Berliner scheint musikalisch von Elektro-Bands wie Junior Boys oder Erlend Oye beeinflusst, bemerkenswert sind die Stücke von Rupert Falsch jedoch vor allem durch ihre deutschsprachigen Texte, die an die mittlerweile leider aufgelöste Hamburger Band Blumfeld erinnern.

Doch was ist überhaupt ein Netlabel? In Zeiten, in denen die Musikindustrie am Boden liegt und die Charts von Casting-Bands und DSDS-Sternchen bestimmt werden, muss man sich schon etwas ganz besonderes einfallen lassen, wenn man anspruchsvolle und originelle Musik unter die Hörer bringen möchte. Während die Musikindustrie die Schuld bei den Millionen von Menschen sieht, die ihre Musik illegal aus dem Internet runterladen, nutzt das Indie-Label Corpid genau diese Situation und stellt die Musik seiner Künstler im MP3-Format ins Internet - zum kostenlosen Download! Auf diese Weise erreicht ein Netlabel ein bedeutend größeres Publikum als ein kleines Independent-Label, dass vielleicht nur 500 Vinyl-Alben eines Künstlers veröffentlichen kann. Die Download-Zahlen pro Release liegen bei Corpid dagegen im fünfstelligen Bereich, die Promotion erfolgt über Blogs und myspace und die Künstler können fast ohne jegliche Kosten einen beträchtlichen Fan-Stamm aufbauen.

Dabei müssen die Releases sich nicht hinter herkömmlichen Veröffentlichungen klassischer Plattenfirmen verstecken: Zu jedem Release gibt es ein liebesvoll gestaltetes Cover, dass entweder vom Künstler selbst, oder aber auch von bekannten Künstlern, wie zum Beispiel der Hamburgerin Tomma Brooks. War Corpid ursprünglich als Netlabel für Minimaltechno und experimentelle elektronische Musik gestartet, hat es sich mit seinem Ableger Corpid Extra mittlerweile zu einer wahren Oase der Pop-Musik entwickelt und eine Reihe kleiner Indiepop-Stars hervorgebracht. So veröffentlichen Künstler wie Bobby Baby, Sascha Dive und Drei Farben House ihre ersten Stücke auf den Netlabel Corpid - alle drei sind mittlerweile erfolgreich als Musiker tätig und haben Platten und CDs auf renommierten Labels wie Morr Music oder Force Tracks veröffentlicht. Und Sascha Dive ist mittlerweile einer der weltweit angesagtesten House-DJs.

Hat Stil: Rupert Falsch auf corpid-label.de



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