Kursus: Sozialdumm für Anfänger

In ihrer Kolumne »Viva la Diva« gibt Francie Meissner heute Einblick in die Welt der sozialdummen Aufmerksamkeits-schmarotzer.

10.11

Exklusiv für Stilfetischisten.de von Francie Meissner

Wer kennt sie nicht, diese Menschen, die von vornherein unsere Antipathie sicher haben. Heute:

Die sozialdummen Aufmerksamkeitsschmarotzer

Es gibt viele Unterarten dieser Gattung Mensch. Richtig anstrengend sind diejenigen, die ihre Umwelt mit tonnenweise Verbalmüll kontaminieren. Meistens sind diese Leute auch noch mit besonders abstoßendem Äußeren gesegnet – sei es der ranzig-verwaschene Discounterpulli, die schlecht gefärbte Pudel-Frisur oder eine gelbgefärbte Kauleiste mit Essensresten in jeder Lücke. Man kann sie einfach nicht leiden, der erste Kontakt mit ihnen verleidet einem schon das Menschsein.

Dumm nur, wenn man um den Kontakt mit einigen Exemplaren dieser Spezies nicht umhin kommt, wie in meinem Fall. Mehrmals die Woche habe ich das zweifelhafte Vergnügen einem Wesen Gehör schenken zu müssen, deren Erscheinungsbild geprägt ist von den oben erwähnten Merkmalen. Das alleine wäre unter Umständen noch zu ertragen, vielleicht hätte ich mich sogar zu einer Hilfsaktion herablassen können. Wenn da nicht auch noch die uncharmante Eigenart wäre JEDEN an ihrem Privatleben teilhaben zu lassen. Damit hier keine Missverständnisse entstehen: ich liebe es zu tratschen. Ich bin schließlich eine kleine Diva. Aber es gibt trotzdem Dinge, die gehören schlichtweg ins Privatleben und die gehen keinen was an. Dinge, die sowieso keinen interessieren oder eben Dinge, mit denen keiner etwas anfangen kann, der nicht selbst betroffen ist. Sozialdumm bedeutet eben nichts anderes als: nicht wissen, wann man die Klappe zu halten hat.

Um es zu verdeutlichen, möchte ich an dieser Stelle ein Beispiel anbringen. Nennen wir unser Objekt der Abscheu »Sodu« (für »sozialdumm«). Sodu ist weiblich, Mitte zwanzig und wohnt mit ihrem Freund zusammen.

Nun könnte man meinen, sie besäße so etwas wie gute Erziehung. Oder wenigstens ein wenig Schamgefühl. Doch beides ist nicht der Fall. Sodu sitzt in einem Raum mit 5 anderen Leuten. Sodu kennt keinen von ihnen, was sie allerdings nicht davon abhält über die Ejakulationsprobleme ihres Ex-Freundes zu reden, der nun allerdings wieder ihr Freund ist und nebenbei bemerkt arbeitslos und Katzenliebhaber, dafür aber Kinderhasser, was schlecht ist, weil sie gerne welche hätte, doch noch nicht jetzt, dafür ist sie zu jung, obwohl ihre Mutter bei ihrer ersten Schwangerschaft auch nicht älter war, aber das waren eben andere Zeiten… Ihr versteht was ich meine?

Doch was tun? Kennt jemand ein Diva-gemäßes Rezept gegen den Umgang mit solchen – naja – Menschen? Mir würde pauschal nur einfallen den Raum zu verlassen. Oder mit den Augen zu rollen und zu sagen: »Würde es dir was ausmachen darüber mit jemandem zu reden, der Geld für ’s Zuhören bekommt?« Ich bin anderen Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen, wer also eine Idee hat, möge mir bitte einen Kommentar hinterlassen.



5 weitere Dinge, die Deinem Lebensstil gerecht werden


You must be logged in to post a comment.

Verfasst von Vici am 10.11.2008

hey süße, so ein geiler artikel, hihi …hast du gut beschrieben….deine artikel sind ja so oder so hammer geil. ;-) kanns kaum erwarten bis der nächste reingestellt wird….

Verfasst von Lianna am 10.11.2008

Du triffst den Nagel auf den Kopf! Immer her mit dem Nonsense!

Bei solchen Gelegenheiten spult sich bei mir im Kopf immer wieder ein Lied ab, dass es einfach am besten beschreibt

http://www.youtube.com/watch?v=nU1bCTKNptY

Stimmt doch oder? Das sind Dinge…

Manchmal hilft es auch, wenn du selber anfängst von total belanglosen Sachen zu reden. Dann musst du Ihren Quatsch nicht mehr hören. Sie wird entweder beleidigt sein, weil sie nicht mehr weiter erzählen kann oder aber es interessiert sie wirklich…oh je ;)

Verfasst von Tina am 11.11.2008

Das Schlimmste ist ja, dass sich ein Sodu gar nicht darüber bewusst ist was die Umwelt über ihn bzw. sie denkt. Gefangen in der eigenen Dummheit! Und in einer hoffnungslosen Lage, da sich die Spezies Mensch eher die eigene Zunge abbeißen würde, als dieses Unterhaltungsmedium in ihrem Redefluss zu unterbrechen. *gg*

  • Stil Tagebuch

    Februar 2012
    M D M D F S S
    « Aug    
     12345
    6789101112
    13141516171819
    20212223242526
    272829  
  • Unsere letzten Worte

  • Objekte der Begierde

    image 1 image 2 image 3 image 4
  • Stil-Universum

  • »1 Million« Parfüm von Paco Rabanne - 53,711 views
  • Plopp - Mein neuer Pop-Art Adventskranz - 15,651 views
  • Peter Fox: Stadtaffe im Songdschungel - 11,306 views
  • »Zettel’z« Leuchte von Ingo Maurer - 9,654 views
  • Sammlerstück: Lloyd Schuh »Oleg« - 8,111 views
  • Im Interview: Kitty Hoff ist Zuhause - 6,414 views
  • Heiße iPhone Apfeltaschen aus Filz - 6,297 views
  • Der Spiegel: Titelbild zur Weltkrise - 6,082 views
  • Kitty Hoff Spezial: Fotos von Zuhause - 5,698 views
  • Gras-Sofa »Pratone« von »Gufram« - 5,421 views
Anzeige
proformshop.com - Designshop für Möbel & Leuchten